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AUSSTELLUNGEN

CLAUDIA WEILER-KÜHN

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Ausstellung “Farb - und Klang - Strecken” anlässlich

der Passagen 2008 in Köln, ContainArt/Jack in the Box - Hallen

1LIVE Interview mit Yvonne Strüwing:

Deine Bilder sind nicht auf edlen Leinwänden entstanden, sondern auf filzartigen Materialien,...warum verwendest du keine edle Leinwand?“

“Ich empfinde unser heutiges Leben als meist derart durchgeplant, dass möglichst alles vorhersehbar wird. Wie können wir dann noch entdecken, welche Möglichkeiten das Leben sonst noch für uns bereithält?

So arbeite ich gerne mit gefundenen Materialien, die bereits eine 

eigene Geschichte haben, um "entdecken" zu können, um auf einen unvorhersehbaren Weg zu stoßen.

Diese filzartigen Gewebe, die man üblicherweise zum Bodenverlegen nimmt, stellten eine Herausforderung an meine Maltechnik dar. Hier wird allein durch das Material verhindert, in Routine zu verfallen. Zunächst habe ich mich noch eingehender mit alten traditionellen Grundierungen beschäftigt und sie selber hergestellt.

Dann bin ich selbst über so eine Art stoffliches Hintergrund-Vordergrund-Phänomen überrascht gewesen: Ich lege meist leicht lasierende Farbschichten übereinander - hier sind die Pigmente unterschiedlich stark in die Tiefe abgesunken und dadurch hat sich zusätzlich die malerische Vielfalt gesteigert.“

“Worin liegt der Reiz, immer wieder ungegenständliche Bilder mit Vertikalen zu malen?”

“Die Vertikale allein - Symbol für das männliche Prinzip in seiner reduziertesten Form  verkörpert den Impuls, den Initiator und Katalysator des Geschehens. Bei der Betrachtung meiner Vertikal - Bilder wird also der Betrachter selbst zur “Ebene”, zur “Materie”, auf die die Farbstrahlen treffen, um in ihm “Empfindungsformen”

hervorzurufen.

Zusätzlich habe ich in jeder Serie einen immer gleichen formalen Aufbau der Vertikalen gewählt, um ausschließlich über wechselnde Farbigkeit den Betrachter in verschiedene Gefühlsstimmungen zu versetzen: So kann er hier z.B. in eine "Vollmondnachtstimmung"  eintauchen und dort "die Freuden eines Sommer-Sonnentags" genießen. Zu entdecken gibt es noch, dass die Farbstrecken zwar streng geometrisch sind, jedoch durch Vertiefung und Höhen scheinbar in Bewegung geraten, ähnlich Lichtstrahlen.“

Trilogie der Zeugung - welches Material hat dich hier inspiriert?"

“Beim Schlachten einer Federkernmatratze stieß ich auf Roßhaar. Sowohl seine Farbigkeit als auch seine Beschaffenheit haben mich zu dieser Gestaltung gereizt - einerseits die strenge Rhythmik, die durch die festhaltenden Kordeln gegeben ist, andererseits das unbändige Hervorquellen des Roßhaares an manchen Stellen. Worauf der Titel bereits hinweist: Zeugung, Entstehen und Werden - das Leben bewegt sich zwischen Ordnung und Chaos.”